Christchurch
Muslime sind nach dem Terroranschlag von Christchurch in Angst und Trauer

Der Terroranschlag auf Moscheen in Neuseeland hat Muslime in Angst und Trauer versetzt. Als Reaktion wollen sie den Dialog zu Nichtmuslimen noch stärker führen.

50 Gebetsteppiche sind beim Freitagsgebet leer geblieben. Sie stehen für die Toten des Terroranschlags in Christchurch.

Es ist kein Freitag wie jeder andere in der muslimischen Wali-Gemeinde in Barop. Vor einer Woche hat ein Terrorist in Neuseeland in zwei Moscheen 50 Menschen getötet.

Um ihnen zu gedenken, wurden nun während des Freitagsgebets in der ersten Gebetsreihe 50 Teppiche ausgerollt. Auf jedem steht auf einer DIN A4 Seite der Namen eines Opfers. Davor wurde eine Kerze platziert.

„Die Angst vor einem Anschlag ist auch hier in der Moschee präsent“, sagt Abdelhay Fadil, der Imam. Es sind dennoch nicht weniger als sonst in der Moschee. Yamina Hammoud ist Gemeindemitglied und stellt sich die Frage: „Wo kann man sich noch sicher fühlen, wenn so etwas in einem Gotteshaus passiert?“ Aus Sicherheitsgründen steht seit dem Anschlag jemand vor der Moschee.

Muslime und Nichtmuslime stehen vereint gegen den Terror

„Gerade jetzt ist es an der Zeit, die Gemeinsamkeiten zwischen Muslimen und Nichtmuslimen zu fördern, um den Nährboden für solch einen Terror zu entziehen“, sagt Fadil. Dafür sollen in Zukunft mehr Dialog-Veranstaltungen angeboten werden.

Bettina Long ist Christin und hat die Moschee an diesem Freitag aus Solidarität besucht. Für sie war es sehr bewegend, die Namen der 50 Opfer zu lesen. Mit dem Attentat verfolgte der Terrorist aus ihrer Sicht die Absicht, die Gesellschaft zu spalten. Das finde sie jedoch widerlich und werde es nicht zulassen.

Erstveröffentlichung: https://www.ruhrnachrichten.de/dortmund/muslime-in-barop-sind-nach-dem-terroranschlag-von-christchurch-in-angst-und-trauer-1388285.html