AfD
Offener Brief an Alice Weidel

Sie sagten: „Burkas, Kopftuchmädchen und alimentierte Messermänner und sonstige Taugenichtse werden unseren Wohlstand, das Wirtschaftswachstum und vor allem den Sozialstaat nicht sichern.“ Das wichtigste zuerst: Das Messer nutze ich höchstens in der Küche. Nun zu den harten Fakten…

Sehr geehrte Frau Alice Weidel,

Nun zu den harten Fakten: Ich schreibe aktuell meine Master-Arbeit und habe fast während meines gesamten Studiums der Politikwissenschaften parallel gearbeitet. Sei es als Postbote, Lagerist und nicht zuletzt als freier Journalist. Nach dem Studium trete ich direkt einen Vollzeitjob an.

Ich bin übrigens keine Ausnahme. Eine Bertellsmann-Studie* belegte im letzten Jahr: „Inzwischen unterscheidet sich die Erwerbsbeteiligung von Muslimen nicht mehr vom Bundesdurchschnitt der deutschen Erwerbsbevölkerung: Rund 60 Prozent arbeiten in Vollzeit, 20 Prozent in Teilzeit, und die Arbeitslosenquote gleicht sich ebenfalls an.“

Bitte verschonen Sie mich an dieser Stelle mit dem üblichen Vorwurf, die Studie sei manipuliert. Selbst wenn 99,9 % der Muslime Steuerzahler wären, würden Sie verzweifelt nach Ausnahmen suchen, um alle pauschal über einen Kamm zu scheren.

Sie beklagen zwar vermeintliche oder tatsächliche Integrationsdefizite. In Wirklichkeit sind Sie jedoch an keiner Lösung interessiert. Sie instrumentalisieren die Desintegration einiger Muslime, weil es die Existenzberechtigung der AfD ist. Sie beklagen Fakenews und bezeichnen Medien pauschal als Lügenpresse. Gleichzeitig verbreiten Sie Unwahrheiten und Hetze im Bundestag. Glaubwürdigkeit und Anstand sehen anders aus.

Grüße eines muslimischen Messermanns und Politikwissenschaftlers
Said Rezek